Der geostrophische Wind als auch der Gradientwind sind unter der Annahme definiert, dass keine Reibung auftritt.
Dies kann lediglich in der freien Atmosphäre vorausgesetzt werden, da dort die Reibung mit der Erdoberfläche vernachlässigt
werden kann. Die freie Atmosphäre beginnt am Rande der Grenzschicht, deren Höhe variabel ist (in der Regel zwischen 500 und 2000 m). In
der Grenzschicht muss die zunehmende Reibung mit dem Erdboden berücksichtigt werden. Die sogenannte Ekman-Spirale
beschreibt die zunehmende Ablenkung des Windes (α) von der Obergrenze der Grenzschicht bis zum Erdboden. Der Wind wird dabei aufgrund des Druckgradients in Richtung des tiefen Drucks abgelenkt. Die
Reibung ist im Allgemeinen über dem Land größer als über dem Meer, da die Oberfläche des Landes inhomogen ist. Deswegen
ist die Ablenkung über dem Land stärker (α ≈ 20 bis 30°) als über dem Meer (α ≈ 10 bis 20°). D. h. wiederum,
dass Tiefdruckgebiete sich über den Kontinenten schneller auflösen als über den Ozeanen.
| Entstehung des Reibungswindes durch die Ablenkung des geostrophischen Windes in der Grenzschicht |
Der sogenannte Reibungswind ist also der geostrophische Wind unter Einbeziehung der Reibungskraft, die der Bewegungsrichtung
entgegen gerichtet ist. Es ist kein isobarenparalleler Wind.
| Darstellung der Kräfte die zur Entstehung des Reibungswindes führen |
Referenz:
Fink, A. & Ermert, V. (2006): Synoptische Meteorologie. Übungsskript, Universität zu Köln.
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