Kaltlufttropfen

Der sogenannte Kaltlufttropfen stellt einen besonderen Cut-Off dar. Im Falle eines Kaltlufttropfens isoliert sich in der mittleren und oberen Troposphäre kalte Polarluft. Kaltlufttropfen entstehen beim Cut-Off-Prozess und sind häufig das Relikt einer voll entwickelten Zyklone, deren Bodenwirbel sich aufgefüllt hat. Der Kaltlufttropfen weist in der unteren Troposphäre keine Tiefdruckaktivität auf. Am Boden sind im Isobarenfeld keine geschlossenen Isobaren erkennbar. In höheren Schichten lassen sich vor allem mittels relativer Topographien geschlossene Isohypsen ausmachen.
Kaltlufttropfen lösen sich nur langsam auf. Einerseits führt hochreichende Konvektion zu freiwerdender latenter Wärme und damit zur Erwärmung der kalten Luft. Durch horizontale Durchmischung kommt es andererseits gleichfalls zur sensiblen Wärmezufuhr. Die Verlagerung von Kaltlufttropfen erfolgt in der Regel in Richtung der unteren Strömung. Häufig kommen Kaltlufttropfen in den Übergangsjahreszeiten vor. Über dem Mittelmeer treten dabei typischerweise Gewitter mit ergiebigen Niederschlägen auf.

Beispiel eines Kaltlufttropfens
Ein Kaltlufttropfen ist in der Regel ein abgeschlossenes Höhentief, bei dem am Boden keine Tiefdruckaktivität erkennbar ist. Meist handelt es sich um polare Luftmassen, die sich auf der warmen Seite der Polarfront in der Luftmasse der gemäßigten Breiten befinden. Es kommt aber auch vor, dass sich ein solches Höhentief innerhalb der polaren Luftmassen bildet, d. h. auf der kalten Seite der Polarfront. In diesem Fall befinden sich arktische Luftmassen innerhalb des Kaltlufttropfens. Kaltlufttropfen sind mit Schauern und Gewittern verbunden und deren Zugbahn ist schwer vorherzusagen, da diese nicht mit der Höhenströmung verlagert werden.


Referenz:
Fink, A. & Ermert, V. (2012): Synoptische Meteorologie. Übungsskript, Universität zu Köln.