- Nebel (eng. fog): Eine Suspension sehr kleiner Wassertröpfchen in der Luft bei einer relativen Feuchte von mehr als 80% (oft bei 100%) und durch sie wird die horizontale Sichtweite an der Erdoberfläche auf Werte unter 1 km herabgesetzt.
- Strahlungsnebel (eng. radiation fog): Entsteht durch Abkühlung des Erdbodens und der erbodennahen Luftschichten durch langwellige Ausstrahlung. Voraussetzung: eine klare Nacht, schwacher Wind und hohe Luftfeuchte in bodennahen Schichten. Beginnt als flacher Bodennebel über Wiesen, feuchten Senken oder Flusstälern. Bei weiterer Ausstrahlung wächst die Mächtigkeit der Nebelschicht an. Durch Wärmeleitung im Boden oder über städtischen Wärmeinseln kann der Nebel von unten aufgelöst werden, der Nebel hebt ab, Hochnebel entsteht (stratus nebulosus). Strahlungsnebel wird im Sommer durch die Sonneneinstrahlung tagsüber aufgelöst. Er kann im Winter mehrere Tage andauern. Mächtigkeit: typisch im Winter 250 m, im Sommer weniger. Strahlungsnebel tritt nicht über See auf und ist im Herbst am häufigsten.
- Mischungsnebel (eng. mixing fog): Entsteht durch Mischung von zwei verschiedenen Luftmassen, die beide sehr feucht sind. Dabei kann der Taupunkt erreicht werden und es kommt zur Nebelbildung. Mischungsnebel tritt im Winter häufig in Warmsektoren auf, wenn die Bodenkaltluft mit dem Durchzug der Warmfront nicht völlig weggeräumt wird, sondern sich mit der darüber streichenden, feuchtwarmen Luft durch Turbulenz vermischt.
- Advektionsnebel (eng. advection fog): Entsteht dann, wenn warme und feuchte Luft über kalten Untergrund (Wasser oder Land) geführt wird. Dabei kühlen sich die unteren Luftschichten ab, es kommt zur Kondensation. Bildung: Im Frühjahr und Frühsommer, wenn wärmere Luftmassen vom Land über die noch kalten Wassermassen geführt werden. Umgekehrt im Herbst und Frühwinter, wenn warme Meeresluft über das schon abgekühlte Land gelangt. Advektionsnebel tritt in Mitteleuropa in der kalten Jahreszeit auf, wenn feuchtmilde Meeresluft von der Biskaya oder dem Mittelmeer an der Vorderseite eines über Westeuropa gelegenen Tiefs herangeführt wird. Advektions- und Mischungsnebel sind nicht immer voneinander zu unterscheiden!
- Verdunstungsnebel/Seerauch (eng. steam fog): Entsteht, wenn kalte Luft über relativ warmes Wasser fließt. Infolge des starken Taupunktgefälles zwischen Wasseroberfläche und kalter Luft setzt Verdunstung ein. Es kommt zur Übersättigung der wassernahen Luftschicht und zur Bildung von Nebeltröpfchen. Diese verdunsten in der trockenen, kalten Luft rasch durch Diffusion. Es entsteht der Eindruck einer rauchenden Wasseroberfläche. Seerauch entsteht häufig, wo kalte arktische Luft über die Seeeisgrenze auf den offenen Ozean hinaus strömt.
- Feuchter Dunst (eng. mist): Eine Suspension von mikroskopisch kleinen Wassertröpfchen oder von feucht hygroskopischen Teilchen in der Luft und durch sie wird die horizontale Sichtweite an der Erdoberfläche auf 1 bis 8 km herabgesetzt.
- Nebeltraufe (eng. fog drip): Ausfällen von Nebeltröpfchen an Hindernissen (vor allem an Bäumen).
Kraus, H. (2004): Atmosphäre der Erde - Eine Einführung in die Meteorologie. Springer-Verlag.
Fink, A. (2013): Synoptische Meteorologie. Vorlesungsskript, Universität zu Köln.
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