Je nach Größenspektrum der Regentropfen bzw.
der relativen Feuchte der Luft, durch die der Regen (oder auch der Hagel)
fällt, wird diese Luft durch Verdunstungs- oder Schmelzprozesse
mehr oder weniger stark abgekühlt. Zusammen mit der Reibungskraft,
die die fallenden Hydrometeore (Regen, Hagel, ...) auf die Luft ausüben,
entstehen so ein kaltes Abwindgebiet und ein Kaltluftpool unterhalb
der Wolke. Diese Kaltluft breitet sich am Boden aus, hauptsächlich in der
Zugrichtung des Gewitters und seitlich davon. Dabei bewegt sich der
turbulente Vorderrand der Kaltluft (die Böenfront) im Laufe der
Zeit oft immer weiter von der auslösenden Gewitterzelle weg -
meist gekennzeichnet durch eine charakteristische bogenförmige,
stratiforme Wolke.
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| Entwicklung einer Böenfront |
Die Ankunft der Böenfront ist gekennzeichnet durch einen Druckanstieg, durch eine plötzliche und starke Zunahme des Windes und durch eine Verdunklung des Himmels aufgrund einer vergleichsweise tieferen Wolkenbasis. Dahinter scheint die Landschaft inmitten dunkler Niederschläge zu verschwinden, unterbrochen von Blitzen. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit schwankt meist zwischen 40 und 140 km/h, mit einer zwischen etlichen Minuten und mehreren Stunden wechselnden Dauer, entsprechend der Intensität des Gewitters und der Stabilität seiner internen Zirkulation. In den meisten Fällen nimmt die Böenfront die Form eines horizontalen Bogens (Böenwalze) an.
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| Profil einer Böenfront |
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| Prachtexemplar einer Böenfront |
(Quellen: TorDach / Hermant A., Gewitter)



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