Allgemeine Definitionen

1. Adiabatischer Aufstieg: Als adiabatisch bezeichnet man Zustandsänderungen von Luft, die ohne Zu- oder Abführen von Wärme oder Masse von außen her erfolgen. Temperaturveränderungen während des Aufsteigens erfolgen nur durch Ausdehnen infolge abnehmenden Luftdrucks.

2. Trockenadiabatischer Aufstieg: Aufstieg, bei dem keine Kondensation auftritt, bei welchem das Luftpaket aber Wasserdampf enthalten kann.

3. Trockenadiabatischer Temperaturgradient Γ_d: -1°C/100 m

4. Latente Wärme: Wärme, die durch Änderungen des Aggregatzustandes von Wasser frei oder verbraucht wird. Bei 0°C und Normaldruck wird bei Kondensation von einem Gramm Wasserdampf 2500 J/g (~ L_c) Wärme frei, während das Gefrieren von 1 g Wasser „nur“ 330 J/g (~ L_f) Wärme freisetzt.

5. Feuchtadiabatischer Aufstieg: Zustandsänderung von Luft, bei der Kondensationswärme frei wird.

6. Feuchtadiabatischer Temperaturgradient Γ_f: Tropen: ca. -0.4°C/100 m; mittlere Breiten: ca. -0.6°C/100 m; Pol: ca. -0.8°C/100 m (Γ_f ist abhängig vom absoluten Wasserdampfgehalt der Luft).

7. Pseudoadiabatischer Aufstieg: Bei Untersättigung erfolgt der Aufstieg trocken-, nach der Sättigung feuchtadiabatisch. Wichtig ist, dass beim pseudoadiabatischen Aufstieg das kondensierte Flüssigwasser dem Paket „instantan“ entzogen wird. Das heißt, dass die Wärmekapazität des Flüssigwassers nicht berücksichtigt wird. Ebenso spielt für den Auftrieb das Gewicht des Wassers keine Rolle.

8. Reversibler Auftsieg: Reversibel ist die Zustandsänderung des Luftpakets, wenn sie adiabatisch ist und der auskondensierte Wasserdampf im Luftpaket mitgeführt wird. Dabei muss die Wärmekapazität und das Eigengewicht der Hydrometeore (das sind alle festen und flüssigen Niederschlagsteilchen der Atmosphäre) beachtet werden.

9. Individuelle Zustandskurve: Beschreibt diejenigen Zustandsänderungen, die ein aufsteigendes Luftpaket erfährt. Wird in einem aerologischen Diagrammpapier durch die Trocken- bzw. Feuchtadiabate dargestellt.

10. Geometrische Zustandskurve: Wird dargestellt durch das von der Radiosonde gemessene Vertikalprofil der Temperatur oder der Taupunkttemperatur.

11. Luftschichtung: Es wird unterschieden zwischen: (a) stabiler, (b) labiler und (c) indifferenter Schichtung. Weiterhin wird die Stabilität bzgl. trocken- und feuchtadiabatischen Änderungen bewertet (trocken- und feuchtstatische Stabilität).


Referenz:
Fink, A. (2012): Synoptische Meteorologie. Vorlesungsskript, Universität zu Köln.